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Eine Dose Bier aufmachen, die Haelfte trinken. Hm, kein schlechter Anfang fuer ein Kochrezept, oder? Beer can chicken kommt aus den USA, und owmygawd, es ist goettlich.
Was steckt dahinter? Aussen roesten, innen koecheln, roast chicken, auf dem barbecue grill zubereitet (smoker, das Modell mit Deckel, klar), aber es funktioniert auch zuhause im Herd. Die Idee ist, man steckt eine Dose Bier in das Huhn, erhitzt alles zusammen, das Bier (oder das was vom Bier uebrig ist) verkoechelt von innen in das Fleisch und haelt es saftig, aussen bleibt das Federvieh knusprig.
Die wichtigsten Bestandteile: Dorothy und stout.Das klingt so bescheuert, das muss ich ausprobieren, dachte ich. Also, Dose Bier zur Haelfte leeren (trinken!), dann mit einem Messer noch ein paar Loecher oben in die Dose stechen, das Huhn waschen und je nach Gusto innen und aussen wuerzen (in meinem Fall: Paprika, Salz, Pfeffer und Chilli) und auf die Dose, aehm, setzen. Die meisten Leute schwoeren uebrigens darauf stout zu verwenden, Lager sei nicht so gut, heisst es. Na, Gottchen, gegen stout habe ich ja nix einzuwenden, wie? Ausserdem gibt es noch die Variante, zusaetzlich Gewuerze in die Dose zu packen.
Mein Huhn war selbstverstaendlich ehemals free range und organic, es sah recht zufrieden aus, sofern man zufrieden aussehen kann, so ohne Kopf. Ich gab dem Tier den Namen Dorothy.
Dorothy sass recht gemuetlich und ziemlich stabil auf ihrer Dose und wartete darauf erhitzt zu werden. Wenn dieser Vorgang eingeleitet wird, faengt das verbleibende Bier in Dorothy an zu koecheln, und die Daempfe halten das Fleisch feucht. So einfach wie logisch.
Dorothy sitzt ordentlich eingewuerzt auf ihrer Dose.Die Garzeit erfuhr ich bei Delia, sowas kann sie einfach: 4 Minuten pro 100 Gramm Gewicht plus 10 bis 20 Minuten extra bei 200 Grad, Gas Stufe 6. Zack, rein in die warme Stube, auf einem Backblech oder in einem Gartopf.
Wichtig: Wenn man das Huhn aus dem Ofen nimmt, sollte man vorsichtig sein und es erstmal einige Minuten stehen lass. Die Dose ist naemlich verdammt heiss. Auch nicht unwichtig: Nicht jeder Ofen ist automatisch hoch genug, um so ein Huhn aufzunehmen. Also vorher die Hoehe kurz ueberpruefen.
Dorothy wartet darauf verspeist zuwerden.
Und das Ergebnis? Erstaunlich. Dorothy war, wie soll ich sagen, unglaublich zart, man konnte das Fleisch mit den Fingern vom Brustkorb loesen, dazu ein wunderbares Aroma, saftig, exquisit, ungelogen das beste roast chicken der Welt.
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Anke Groener schreibt in einer wunderbaren kleinen Reihe ueber eine der angenehmsten und anstrengendsten Dinge des Lebens, nein, nicht Beziehungen, essen (Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5).
Ich habe immer zuviel gewogen (man koennte auch sagen, ich war immer zu fett), ich glaube nicht, dass das jemals anders war. Vielleicht als kleiner Bengel, aber wenn ich mir alte Fotos ansehe, na, ich glaube auch vor vielen Jahren war da eine Menge Speck im Spiel. Frueher hielt man sowas ja durchaus noch fuer gesund.
Frueher. Frueher hat mich das beschaeftigt. Frueher hat mich das belastet. Frueher war das ein unglaublich grosser Teil meines Lebens.
Essen ist gut.
Ich empfinde Essen als schoen und angenehm. Menschen essen zusammen, sie kochen fuereinander, sie schaffen einen gemeinsam erlebten Moment im Leben, wenn sie essen, sie laden ein das Essen zu teilen. Essen ist Gastfreundschaft, Essen bedeutet Zuneigung und Freundschaft. Essen ist schmecken, riechen, fuehlen, schlucken, erleben. Essen ist leben, essen ist ueberleben.
Ich koche jeden Abend. Ich bin nicht das, was man einen brillianten Koch nennt, kochen bedeutet fuer mich vor allem abschalten, sich auf einfache Dinge zu konzentrieren, kochen ist leben. Meine Rezepte sind nicht besonders originell, aber sie produzieren gesundes Essen. Ich ernaehre mich gesund, nicht unbedingt nur weil es gut fuer mich ist, sondern weil ich es so mag. Ich esse keinen Zucker, weil ich mir aus Zucker nichts mache. Ich esse Obst, ich esse sehr viel Fisch (nein, nicht fisch and chips), ich vermeide rotes Fleisch und tierisches Fett so gut es geht, ich vernichte unheimlich viel Gemüse und noch viel mehr Gewürze, ich mag das so.
Ich habe keine Lust mehr, mich davon beeinflussen zu lassen, dass ich wohl angeblich nach dieser oder jener Tabelle zu viel wiegen wuerde. Ich habe Essen in Asien, Afrika, Europa und Amerika mit anderen Menschen geteilt. Nicht weil ich so ein toller Kerl bin, sondern weil einem so etwas passiert, wenn man reist. Und ich habe mich dabei gluecklich gefuehlt.
Ich habe zu essen. Ich gehoere zu denjenigen, ich habe einfach so zu essen. Wann immer ich essen will. Und es ist mir bewusst und ich vergesse das nicht
Ich mag es, Geld fuer gutes Essen auszugeben. Ich habe keine Problem damit, andere dafuer zu bezahlen, dass sie mir ihre Kreationen anbieten und ich diese probieren darf. Ich empfinde das als Bereicherung.
Ich habe mein Leben fuer eine Weile mit einer Person geteilt, die leidenschaftlich gern kocht. Und, ohmygawd, sie kocht wie kaum jemand, bless her. Sie ist der einzige Mensch, den ich kenne, der es geschafft hat, mit einer Bolognese einen Vegetarier davon zu ueberzeugen, dass Fleisch nicht zwangslaeufig schlecht sein muss. S. hat mir beigebracht, dass das Vorbereiten von Essen eine stundenlange Beschaeftigung sein darf, manchmal sogar sein muss. Und dass man diese Zeit geniessen sollte. Thank you, my dear.
Frueher war das alles anders. Ich kann nicht sagen, warum sich das geaendert hat. Ich weiss, es hat Jahre gebraucht um zu verstehen, wie wunderbar essen ist. Ich will mich sicher nicht als derjenige aufspielen, der alles begriffen hat. Vielleicht hatte ich einfach nur Glueck, und vielleicht liege ich ja auch vollkommen falsch, aber ich glaube das nicht. Ich freue mich sehr darueber, wenn andere Menschen anfangen, das, was man isst, nicht nur zu respektieren sondern zu lieben und sich wohl dabei zu fuehlen.
Heute abend gibt es in Joghurt und Tikka paste mariniertes Huhn mit Paprika, Pilzen und Lauch, im Ofen ueberbacken, mit Pilau Reis. Ich freue mich darauf.
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200g chopped tomatoes (halbe Dose)
Ein Stueck Huehnerbrust (ehemals freilaufend)
Eine halbe Zwiebel
Pataks paste nach Wahl
Fuenf oder sechs grosse Pilze
Reis
Die halbe Zwiebel kleinschnippseln und in etwas Pflanzenoel in einem Topf erhitzen, chopped tomatoes mit zwei Essloeffeln Pataks Paste (ziemlich egal welche, je nach Gusto, Tikka oder Balti sind prima) dazugeben, ordentlich ruehren und erhitzen. Das ehemals freilaufende Huhn und die Pilze in Wuerfel schneiden und hineinwerfen, etwas hot pepper sauce dazu oder nicht (je nach Schaerfestimmung), alles auf kleiner Flamme fuer fuenfzehn Minuten koecheln. Gleichzeitig Reis zubereiten, ich koche Reis uebrigens in richtig viel Wasser, dann kann man naemlich allerlei Gewuerzmischungen und/oder hot pepper sauces in das Kochwasser geben, und der Reis bekommt ein famoses Aroma. Fertig ist das curry-aehnliche, erstaunlich gesunde, maechtig sattmachende und superleckere Gericht. Dazu ne Pulle Cobra, heaven.
Dinner for one, was Menschen einzeln essen.
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