Ich besitze ein Mikrowellengeraet, dessen Benutzeroberflaeche folgendermassen aussieht.
Auto reheat curry? Warm? Cook fresh fish? Low? Meine Waschmaschine nennt die stolze Anzahl von sechs verschiedenen Schaltern plus drei fetten Drehknoepfen ihr eigen, und fuer meine Spuelmaschine haben sich irgendwelche wichtigen Menschen fuenf verschiedene liebliche Symbole ausgedacht.
Ich will meine Mikrowelle nicht programmieren, ich kann das auch gar nicht, ich will sie lediglich anstellen. Ich moechte Gerichte aufwaermen, und es ist mir bei unheimlich kleinen Wellen herzlich egal, ob ich curry oder pasta damit aufwaerme. Hauptsache, sie wellen, die Wellen. Ein Stueck eisiges Huhn braucht je nach Groesse zwischen 50 und 60 Sekunden, bis es aufgetaut ist. Um diesen aufgetauten Zustand herbeizufuehren, will ich das daemliche Wellen erzeugende Geraet anschalten. Und nur anschalten. An. Aus. Ist das so schwer?
Seitdem ich selbst meine Klamotten wasche, und das geht schon viele Jahre so, tue ich dies konsequent mit 40 Grad Celsius warmem Wasser. Alles. Ich benutze genau ein Programm. Fuer alles. Und siehe da, es funktioniert, die Waesche kommt frisch duftend und sauber aus der Maschine raus. Ganz einfach. Nix da von wegen, weiss oder Farbe, delikat oder grob, Seide oder Leinen, alles Firlefanz. Fuerchterlich delikate Dinge vertraut man der Reinigung an, richtig?
Meine Spuelmaschine ist anscheinend im Augenblick so eingestellt, das sie sich auf Toepfe konzentriert. Macht ja Sinn, ein gewisser Anteil des zu spuelenden Spuelgutes besteht aus Toepfen. Glaubt hier irgendjemand, ich wuerde das irgendwann aendern? Natuerlich nicht. An. Aus. Ganz einfach.
Liebe Hersteller von Haushaltsgeraeten, warum tut ihr uns das an? Was haben wir euch getan? Wir sind lieb. Wir sind die Guten. Wie kaufen ja euren Mist, was bleibt uns uebrig, aber warum nur diese endlose Kompliziertheit bei der Bedienung. Manchmal beschleicht mich eine dunkle Ahnung. Ich sehe dann bei den grossen Markenherstellen Geheimabteilungen, in den tagein tagaus durchgeknallte Entwickler daran arbeiten, moeglichst viele und komplizierte Programme herzustellen. Und wenn sie dann so ein richtig fieses Ding fertiggebaut haben, stellen sie sich im Kreis herum und lachen. Lange. Dreckig. Haemisch.
Gebt mir eine Mikrowelle, die man lediglich an- und austellen kann. Waschmaschine: Temperaturregler, und ein grosser Ein- und Ausschalter bitte. Na, vielleicht noch Anzahl der Umdrehungen, auf sowas stehen wir Kerle ja. Spuelmaschine: Aehm, wie waere es mit an und aus?
An und Aus? Ich kaufe. Ich kaufe sofort. Ich kaufe alles.Posted in Bonkers | Permalink | Comments (4) | TrackBack (0)
Ich hab Dich immer gut behandelt. Warm eingepackt, ordentlich mit Strom versorgt, Deine Order in Ordnung gehalten, schliesslich heisst es ja auch nicht Unordner, Software Updates, Du kannst Dich nicht beklagen. Nie habe ich Dich vernachlaessigt. Bis auf einmal. Ein einziges Mal. Aber wer kann denn auch ahnen, dass sich dieses doofe Bier gleich so in Dir festsetzt und alles kaputt macht. iBook, ich kann Dir versichern, Bier setzt sich in mir nicht fest und.. naja, mit dem kaputt machen ist das auch bei uns Menschen so eine Sache (lager eben, bei bitter waer das sicher nicht passiert, klare Sache).
Egal, also jedenfalls, es tut mir leid. Ehrlich. Du warst ja auch nicht ganz billig, Du erinnerst Dich sicher. Aber Du hast auch nie den Dienst versagt, natuerlich nicht, bist ja kein PC Dingens. Jetzt ruhst Du im Recylinghimmel, und alles wird gut, glaub mir. Es war ein kurzes aber intensives und ausgefuelltes Leben, findest Du nicht auch? Mach's gut, iBook, treue Seele, schoen war die Zeit. Und, aehm, ja, das zuletzt mit dem Hammer musste sein. Hard drive rausholen, ging nicht anders. Du verstehst, ja?
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Ich besitze sie alle. ALLE. Ich liebe sie. Ich liebe Bedienungsanleitungen. Bedienungsanleitungen, die mit Geraeten jederweder Art diesen Haushalt betreten, verlassen ihn nur Richtung Altpapier, wenn das dazugehoerige Geraet den Geist aufgibt. Wird es veraeussert, darf sich der neue Besitzer ueber eine original Bedienungsanleitung freuen. Wie kann man solche Schaetze nicht aufbewaren?
"Netzschalter: Durch diesen Knopf wird der Strom an- und abgschaltet. Druecken Sie den Knopf hinein, bis er einrastet. Zum Ausschalten druecken Sie den Knopf noch einmal, bis er ausrastet."
Wer schreibt so etwas? Das ist doch grandios. Man muss sie ja nicht lesen, also nicht von vorne bis hinten, aber es ist schon erstaunlich, welche Stilblueten der Sprache in diesen kleinen Begleitheften verbreitet werden. Dabei geht es mir gar nicht um die endlosen Beispiele von verhunzten Saetzen und Ausdruecken, wenn nur "automatisch" uebersetzt wurde. Nein, ich mag die abgehackte, kalte, funktionelle Ausdrucksweise. Klasse. Bedienungsanleitung ist natuerlich auch ein fabelhaftes Wort. Ich wuesste da ein paar Briten, die haetten iher helle Freude an dem Teil.
Diese hier ist ungefaehr zwanzig Jahre alt. Der "fully automatic direct drive turntable" der Firma Nippon Columbia Co. wuerde heute noch seinen Dienst tun, waere die Nadel nicht voellig im Eimer. Ich werde das gute Stueck sicher irgendwann wieder zum Leben erwecken und dann, dann kommt die grosse Stunde der Bedienungsanleitung. Bis dahin bleibt sie Im Regal, denn da gehoert sie hin.
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