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14 May 2017

Comments

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(Depression lies.)

Danke für Ihre Offenheit.

Was die Kaltmamsell sagt.

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Die Kaltmamsell hat recht.

Mutig.

Und wenn Du etwas nie warst, dann komplett scheisse und nutzlos. I can assure you of that.

Das funktioniert so nicht, leider. Nicht so einfach.

Aber: Vielen Dank.

Wow. Erst einmal viel Respekt von mir dafür, dass Du so offen mit diesem Thema umgehst - das beweist viel Mut und erfordert viel Kraft.

Als ich das hier vorgestern gelesen habe, hat mich das sehr beschäftigt. Ich gebe Dir recht, "so einfach" kann man da mit Worten nichts machen. Das funktioniert so nicht.

Aber ich möchte Dir zu einem Satz ein paar Gedanken mitgeben - zu der Sache mit "zur Last fallen":

Als für meinen Pa letztes Jahr die letzten Wochen anbrachen, irgendwann so ab Oktober wurde es immer schwerer für Ihn, er benötigte immer mehr Unterstützung. Der Kopf war klar - aber der Körper funktionierte nicht mehr. Und für ihn war es sehr schwer - und immer wieder beschäftigte ihn, wie sehr er uns zur Last falle.

Und ja, natürlich bedeutete es für uns immer wieder eine große Anstrengung - aber: er hätte für uns, für mein Ma, für mich, für meine Frau genau das gleich getan. Und das ist das wichtige. Füreinander da sein. Da wird nichts aufgerechnet. Es ist einfach so. Und es ist gut so.

Liebe Grüße aus dem echten Westen der Republik ;-)

Jörg

Danke Joerg

Dein Post hat mich ziemlich beeindruckt und die letzten Tage nicht losgelassen.
Meine Mutter war ebenfalls depressiv und ich weiß, dass man da nicht so einfach wieder rauskommt – auch wenn Außenstehende noch so sehr die sonnigen Seiten des Lebens (und des Betroffenen) hervorheben.
Ich möchte dir aber trotzdem einfach mal sagen, wie sehr dein Blog mein Leben in den letzten Jahren bereichert hat. Du hast mir meine (unsere) Lieblingsstadt immer lebendig gehalten – auch wenn ich so selten Gelegenheit hatte, selber hinzufliegen. Ich habe bewundert (und beneidet), wie du deinen Traum vom Leben in London verwirklicht hast – ich hatte nie den Mut. Der Humor, der in deinen Beiträgen immer wieder aufblitzt, hat mich oft zum Lachen gebracht – und ich weiß gar nicht, wie oft ich die Sunday Roasts schon gehört habe.
Ich wünsche dir von Herzen, dass es bald wieder mehr Licht in deinem Leben geben wird.

Sonja

Lieber Konstantin,

ich hatte mir schon Sorgen gemacht, weil wir so lange nichts von Ihnen gehört haben. Es tut mir sehr leid, dass es Ihnen so schlecht geht. Und das ja scheinbar nicht erst seit kurzem.

Depressionen sind eine sehr ernste Sache. Lassen Sie sich professionell helfen, dann können Sie damit fertig werden. Aus Ihrem Blog sprechen so viele interessante und schöne Dinge, die Sie genießen und schätzen dürfen. Sie haben einen scharfen Verstand, eine gute Beobachtungsgabe und viel Witz. Richten Sie diese Gaben nicht gegen sich selbst (schon gar nicht nachts :-), sondern nutzen Sie sie, um sich mit Unterstützung anderer aus dem Sumpf zu ziehen.

Alles Gute! Ich wünsche mir noch viele Blogeinträge von Ihnen.
Ihr LondonLeben war für mich eine große Bereicherung in den letzten Jahren.
Vielen Dank dafür!

Lieber Konstantin,

ich wünsche Dir die nötige Kraft für Dich und dein Mädchen u auch für die Jungs, gegen die Dunkelheit anzukämpfen.
es gigt wieder Licht. Gib bitte nicht auf.
alles Gute,

Philipp

Danke.

Much appreciated. Ernsthaft.

Holy sh....pile of excrements.

Jaaaa, das kenne ich. Depression. Das ist großer Mist. Will keiner. Braucht keiner. Oft kann man garnicht sagen, woher das kommt. Ich meine, es geht einem doch gut. Man hat einen Job, Familie, Freunde... und trotzdem. Irgendwo da drin lauert was. Und man kann es nicht packen, nicht einordnen, in keine Schublade stecken.

Und wie so oft, es muß einem erstmal klar werden, dass es eine KRANKHEIT ist. Ja, die Seele kann auch krank werden. Und dann muß sie behandelt werden. Aber das muß man auch erstmal verstehen. Ich meine so richtig. Da reicht es nicht, dass es einem jemand sagt. Es muß die Überzeugung wachsen, die einem sagt: okay, ich bin krank. Und DANN kann man ran.
Ans suchen.

Erstmal geht es ans suchen. Bei einem Bruch ist das einfach, da weiß man, was zu tun ist, damit er heilt. Aber hier? Nicht jedem hilft alles. Reden. Reden ist schonmal ein Anfang. Erstmal da hinkommen. Und dann erstmal für sich selbst herausfinden, mit WEM. Das ist auch bei jedem anders. Manchen hilft es, sich vertrauten Personen anzuvertrauen. Manchen hilft es, mit anderen Betroffenen zu reden. Und dann gibt es noch die Therapeuten. Es gibt ambulante Gesprächstherapien, es gibt Kuren. Ach, da gibt es so einiges, wenn man mal ein wenig genauer hinsieht.

Wichtig ist immer: ein Schritt nach dem anderen. Nicht zu viel im voraus planen. Erstmal in der Früh aufstehen, duschen, Zähne putzen, sich ordentlich anziehen. Das klingt jetzt seltsam, ist aber schon eine Überwindung. Und dann Frühstück. Und so jeden Schritt abarbeiten. So kommt man durch den Tag.

Viele kleine Schritte. Nicht zuviel von einem selbst erwarten. Denn auch der Kopf funktioniert nicht so, wie man es gerne hätte. Ich hatte extreme Konzentrationsschwierigkeiten. Wortfindungsstörungen. In zwei Läden etwas einkaufen gehen zu müssen, und das an einem Tag - damit war ich schon total überfordert. Kleine Schritte. Eine Aufgabe nehmen und erledigen. Und erst DANN an die nächste denken.

Es wird wieder. Geduld mit sich selber haben, das ist vielleicht die größte Herausforderung. Denn man sieht sie nicht. Die Depression. Das ist der Mist bei der Sache. Und dadurch wirkt sie weniger real. Vorallem für andere. Ist sie aber.

Aufgeben geht nicht. Denn dann würde sie gewinnen. Und ich verliere äußerst ungern. Und was soll ich sagen. Ich gewinne. Jeden Tag aufs neue. Ich weiß, sie lauert. Sie ist irgendwo da drin. Und alleine dadurch hab ich ihn gefunden. Den Punkt, an dem ich sie packen kann.

Mit mir nicht mehr. Ich habe gute Tage, sehr viele gute Tage. Aber ich habe auch schlechte Tage. Das ist auch in Ordnung so. Ich akzeptiere sie. Ich kämpfe nicht gegen sie. Dann machen wir an diesen schlechten Tagen wieder kleine Schritte. Einen nach dem anderen. Und dann gehen auch die schlechten Tage wieder vorbei.

Wir kümmern uns um so viel, aber um unser Seelenheil, oder wie auch immer man das schimpfen mag, oft nicht. Das habe ich geändert. Sie helfen, diese vielen kleinen Schritte. Und eine gesunde (!!) Portion Egoismus. Man muß auch was NUR für sich selber tun. Das ist nicht böse allen Anderen gegenüber, das ist notwendig. Die Zeit, die man auch mal für sich alleine hat, die nutzt man dafür.

Alles Gute. Du wirst schon herausfinden, was für Dich der beste Weg ist. Nur nicht aufgeben. Du bist neugierig. Das wird Dich treiben, bewußt oder unbewußt.

Wir lesen uns.

I blame Brexit! Ich habe nach 25 Jahren in London auch Trennungsschmerzen gehabt. Du bist doch fast Engländer. Das tut weh. Ich wünsche dir gute Genesung und viel Glück.

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