Ich besitze sie alle. ALLE. Ich liebe sie. Ich liebe Bedienungsanleitungen. Bedienungsanleitungen, die mit Geraeten jederweder Art diesen Haushalt betreten, verlassen ihn nur Richtung Altpapier, wenn das dazugehoerige Geraet den Geist aufgibt. Wird es veraeussert, darf sich der neue Besitzer ueber eine original Bedienungsanleitung freuen. Wie kann man solche Schaetze nicht aufbewaren?
"Netzschalter: Durch diesen Knopf wird der Strom an- und abgschaltet. Druecken Sie den Knopf hinein, bis er einrastet. Zum Ausschalten druecken Sie den Knopf noch einmal, bis er ausrastet."
Wer schreibt so etwas? Das ist doch grandios. Man muss sie ja nicht lesen, also nicht von vorne bis hinten, aber es ist schon erstaunlich, welche Stilblueten der Sprache in diesen kleinen Begleitheften verbreitet werden. Dabei geht es mir gar nicht um die endlosen Beispiele von verhunzten Saetzen und Ausdruecken, wenn nur "automatisch" uebersetzt wurde. Nein, ich mag die abgehackte, kalte, funktionelle Ausdrucksweise. Klasse. Bedienungsanleitung ist natuerlich auch ein fabelhaftes Wort. Ich wuesste da ein paar Briten, die haetten iher helle Freude an dem Teil.
Diese hier ist ungefaehr zwanzig Jahre alt. Der "fully automatic direct drive turntable" der Firma Nippon Columbia Co. wuerde heute noch seinen Dienst tun, waere die Nadel nicht voellig im Eimer. Ich werde das gute Stueck sicher irgendwann wieder zum Leben erwecken und dann, dann kommt die grosse Stunde der Bedienungsanleitung. Bis dahin bleibt sie Im Regal, denn da gehoert sie hin.

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