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Kyoto, Japan, summer 1982: "Walking one evening I found a harmonium on top of other bits of scrap wood apparently discarded in the street. On contacting the owner who was indifferent to its future I took possession."
Simon Jeffes hiess der Mann, der das Harmonium 1982 in Kyoto in Besitz nahm. Jeffes war Mitbegruender des Penguin Café Orchestra, die Musiker tourten in Japan. In den kommenden Wochen entstand eines der schoensten Musikstuecke, das ich jemals gehoert habe, "Music For A Found Harmonium", heute ein Klassiker der "Celtic Folklore", vor allem bekannt geworden durch die Version von Patrick Street. Anfang der 90er Jahre fiel mir das Stueck zum ersten Mal auf, Peter Chelsom verwendete es fuer den Film "Hear My Song". Dann vergass ich es, aber mein Gehirn weigerte sich langfristig wohl, die Musik von Jeffes komplett zu streichen. Ich trage das meinem Gehirn nicht nach.
Patrick Street livePosted in I Like, Music | Permalink | Comments (2) | TrackBack (0)
Seit hundertausenden von Jahren machen wir nichts anderes. Wir sind eben Zweibeiner. Und in nur ein- zweihundert Jahren scheinen wir schon wieder vergessen zu haben, was das bedeutet. Wir konstruieren Maschinen, die uns bewegen, schneller, immer schneller, denn wir haben keine Zeit. Die Zeit, die wir nutzen duerfen, das eine Leben, das nutzen wir bestmoeglich, wenn es um die Bewegung geht. Scheinbar.
Ich habe etwas Zeit in den Bergen verbracht, unten im Sueden von Deutschland. Wer im Sueden aelter wird, lernt auf die Berge zu steigen. Um hinunterzuschauen vielleicht, wer weiss. In den Bergen zaehlen Langsamkeit, Geduld, Besonnenheit und Bescheidenheit.
Ich bin immer gern zu Fuss unterwegs gewesen. Es ist wichtig, sich ab und zu von der Schnelligkeit zu verabschieden, um der Langsamkeit Platz im Leben zu geben. Und nichts hilft dabei so wunderbar wie die Rueckbesinnung auf die Fortbewegung, die wir Menschen schon so lange nutzen, die wir beherrschen, ein Schritt nach dem anderen. Zu Fuss. Zeit fuer sich selbst. Zeit fuer die Langsamkeit. Zeit sich zu fuehlen, Zeit sich zu spueren, Zeit nach rechts und links und nach oben und nach unten zu sehen.
Glen Sliagachan findet man auf der Isle of Skye, oben in den Scottish Highlands. Das Tal scheint die Cuillin Hills zu durchschneiden, im Osten erheben sich die Red Cuillin, und im Westen tuermen sich die duesteren und abweisenden Black Cuillin auf. Man muss Glueck haben, wenn man die Berge sehen will, meist umgeben Wolken die Gipfel. Die Cuillin sind nichts fuer Anfaenger, man darf sie nicht unterschaetzen, sie sind gefaehrlich, gefaehrlich schoen und faszinierend.
Am Ende von Glen Sliagach steht Sgurr na Stri, gar nicht mal hoch, knapp 500 Meter, aber der Weg dorthin ist lang, vielleicht vier Stunden braucht es, um diesen Berg erreichen, am Ende von Glen Sliagach, fast direkt an der Kuste. Die Landschaft ist abweisend, wild, wenig hat sich hier veraendert, die Menschen haben kaum Einfluss auf die Berge.
Wenn man oben steht, darf man in die Black Cuillin hineinsehen. Die Nordflanke von Sgurr na Stri stuerzt steil ab, unten liegt majestaetisch Loch Coruisk, seit tausenden von Jahren nur vom Wetter beeinflusst. Dies ist eine der schoensten Landschaften Schottlands.
Keine Maschine erreicht Sgurr na Stri, man muss gehen.
(click image to enlarge, 508KB)
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Eine Dose Bier aufmachen, die Haelfte trinken. Hm, kein schlechter Anfang fuer ein Kochrezept, oder? Beer can chicken kommt aus den USA, und owmygawd, es ist goettlich.
Was steckt dahinter? Aussen roesten, innen koecheln, roast chicken, auf dem barbecue grill zubereitet (smoker, das Modell mit Deckel, klar), aber es funktioniert auch zuhause im Herd. Die Idee ist, man steckt eine Dose Bier in das Huhn, erhitzt alles zusammen, das Bier (oder das was vom Bier uebrig ist) verkoechelt von innen in das Fleisch und haelt es saftig, aussen bleibt das Federvieh knusprig.
Die wichtigsten Bestandteile: Dorothy und stout.Das klingt so bescheuert, das muss ich ausprobieren, dachte ich. Also, Dose Bier zur Haelfte leeren (trinken!), dann mit einem Messer noch ein paar Loecher oben in die Dose stechen, das Huhn waschen und je nach Gusto innen und aussen wuerzen (in meinem Fall: Paprika, Salz, Pfeffer und Chilli) und auf die Dose, aehm, setzen. Die meisten Leute schwoeren uebrigens darauf stout zu verwenden, Lager sei nicht so gut, heisst es. Na, Gottchen, gegen stout habe ich ja nix einzuwenden, wie? Ausserdem gibt es noch die Variante, zusaetzlich Gewuerze in die Dose zu packen.
Mein Huhn war selbstverstaendlich ehemals free range und organic, es sah recht zufrieden aus, sofern man zufrieden aussehen kann, so ohne Kopf. Ich gab dem Tier den Namen Dorothy.
Dorothy sass recht gemuetlich und ziemlich stabil auf ihrer Dose und wartete darauf erhitzt zu werden. Wenn dieser Vorgang eingeleitet wird, faengt das verbleibende Bier in Dorothy an zu koecheln, und die Daempfe halten das Fleisch feucht. So einfach wie logisch.
Dorothy sitzt ordentlich eingewuerzt auf ihrer Dose.Die Garzeit erfuhr ich bei Delia, sowas kann sie einfach: 4 Minuten pro 100 Gramm Gewicht plus 10 bis 20 Minuten extra bei 200 Grad, Gas Stufe 6. Zack, rein in die warme Stube, auf einem Backblech oder in einem Gartopf.
Wichtig: Wenn man das Huhn aus dem Ofen nimmt, sollte man vorsichtig sein und es erstmal einige Minuten stehen lass. Die Dose ist naemlich verdammt heiss. Auch nicht unwichtig: Nicht jeder Ofen ist automatisch hoch genug, um so ein Huhn aufzunehmen. Also vorher die Hoehe kurz ueberpruefen.
Dorothy wartet darauf verspeist zuwerden.
Und das Ergebnis? Erstaunlich. Dorothy war, wie soll ich sagen, unglaublich zart, man konnte das Fleisch mit den Fingern vom Brustkorb loesen, dazu ein wunderbares Aroma, saftig, exquisit, ungelogen das beste roast chicken der Welt.
Photos fuer die Grossansicht bitte anklicken.
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